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Herzlich Willkommen...

in meiner Lese-Ecke!
Wenn Sie mich und meine Arbeit kennenlernen möchten, sind Sie hier richtig!
Hier finden Sie Gedanken, Bemerkungen, Glossen… über die Themen und Dinge, die mich bewegen. Dazu gehört die Literatur (selbst übersetzte, selbst gelesene, selbst geschriebene) ebenso wie das “echte Leben”: Familie, Tiere, Gesundheit, Hobbies…
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Bitte nehmen Sie Platz, machen Sie es sich gemütlich, und…
lesen Sie los!


Literarisches

Thursday, 10. February 2011

Literatur übersetzen: zwischen Beruf(ung) und Brotlosigkeit

Für die Schüler des LK Französisch bei Frau Merkert am HSG Kaiserslautern grin

Studiengang Literaturübersetzen an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf - ist heute ein viersemestriger Aufbaustudiengang, war zu meiner Zeit noch ein achtsemestriger Diplomstudiengang. Info-Flyer zum Download

VdÜ: “Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V.” . Ausführliche Informationen über das Berufsbild und den sogenannten Vergütungsstreit.
Zitat: Die Verbesserung der rechtlichen und ökonomischen Bedingungen ist eines unserer wesentlichen Ziele, denn: “Dass man mit einem der wichtigsten Berufe, die unser Geistesleben kennt, seinen Lebensunterhalt in der Regel nicht bestreiten kann, ist im Grunde skandalös.” (Exbundespräsident Roman Herzog).”


Übersetzermenü nach Verlegerart
E-card “Appel & Ei” des VdÜ

Verfasst von riek am 10/02 um 11:28 PM
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Saturday, 14. June 2008

Zeit des Grübelns…

... ist vorbei
Leben
statt dessen.
Der laue Nachtwind
umschmeichelt mich
vielversprechend
hüllt mich in den
schweren Duft der
aufbrechenden Blüten
trunken taumle ich
unter den Sternen
und schicke meinen
Traum
nach vorne.

1985

Verfasst von riek am 14/06 um 10:54 PM
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Tuesday, 10. June 2008

Sonnenlicht…

... auf dem emporgewandten Gesicht.

Die Arme heben
die Hände formen
zum Gefäß.

Sonne hineinfließen lassen
sich übergießen damit
reinwaschen
von allem Grau.

Sonne durch die Poren aufnehmen
und auch innen
zu leuchten anfangen.

Ihr Licht widerspiegeln
hinhören
lauschen
ihre Botschaft verstehen.

Und dann

lächeln.

Verfasst von riek am 10/06 um 10:07 PM
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Monday, 02. June 2008

Eigentlich…

... sollte ich über meinen Büchern sitzen
fleißig.

Ich höre das Singen der Vögel
atme den Duft der aufbrechenden Blüten
und versinke
in der ewigen Melodie des Regens

strahlendes
überschäumendes Leben
überwältigt mich
fließt in meinen Adern
leuchtet aus meinem Blick
wächst über mich hinaus
und vereint sich
mit der Ewigkeit

Eigentlich
sollte ich über meinen Büchern sitzen.

1983

Verfasst von riek am 02/06 um 10:49 PM
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Wednesday, 27. February 2008

Einst sahst du ein Land…

 

Zahara de los Atunes, Spanien. Gracias por la foto, Jorge!

Verfasst von riek am 27/02 um 01:05 PM
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Tuesday, 26. February 2008

Harraga zum Hören

Die erste Rezension zu Boualem Sansal, Harraga, ist im Feuilleton von Deutschlandradio über den Äther gegangen! Du kannst sie ANHÖREN oder nachlesen. Sehr empfehlenswert!

Zitat:
In Frankreich wird Sansal als “Erneuerer der Sprache” gefeiert. Er schreibt “postmodern”, das heißt, er macht wie “Alice im Wunderland”, was er will. Er benutzt Sprache in jeder Form: Lyrik, die an Paul Celan erinnert, Poesie wie aus “1001 Nacht”, Umgangssprache und Comic-Lautmalerei, Slapstick, intertextuelle Literaturverweise und auch das Fernsehprogramm.

Das ist Literatur, die einen schwindlig macht, - ein unglaublicher Genuss.

Lutz Bunk für Deutschlandradio Kultur

Verfasst von riek am 26/02 um 12:05 PM
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Sunday, 17. February 2008

Sehn-Sucht

"Wohin auch immer wir reisen,
wir suchen, wovon wir träumten,
und finden doch stets nur uns selbst.”

G. Kunert

Verfasst von riek am 17/02 um 02:27 PM
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Monday, 10. December 2007

Leichenfund im Pfälzerwald

Neuauflage vom 2.6.2005:

Gestern wurden in einem abgelegenen Haus im Pfälzerwald die verkohlten Überreste einer Leiche gefunden. Bei der Toten handelt es sich ersten Ergebnissen zufolge um die Bewohnerin des Hauses, eine alte Gräfin aus einem ungarischen Adelsgeschlecht. Sie war in ihrem eigenen Ofen verbrannt. Ihre Juwelen im Wert von mehreren Millionen fehlten. In dem Haus wurde ein großer Käfig gefunden, außerdem ein Hühnerknöchelchen.

Zeitgleich wurde bekannt, dass das monatelang verschollene Geschwisterpaar Hänsel und Gretel K. aus Krottelbach wohlbehalten zu seinem Vater zurückgekehrt ist. Nachbarn fiel auf, dass bei der Familie, die als arm gilt, plötzlich ein neuer Ferrari vor der Tür stand. 

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Verfasst von riek am 10/12 um 06:06 PM
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Tuesday, 09. January 2007

Harraga

Leseprobe aus meiner aktuellen Übersetzung: Boualem Sansal, Harraga, erscheint Ende 2007 im Merlin Verlag

Algerien. Lamia ist Ärztin, alleinstehend. Sie lebt in einem Vorort von Algier in einem alten, verwinkelten Häuschen, das aufgrund seiner bewegten Geschichte von allerlei Gespenstern bevölkert ist. Dies ist Lamias Universum, hier lebt sie in ihrer eigenen kleinen, aber reichen Welt, denn von der Welt draußen erwartet sie wenig, jedenfalls wenig Gutes. Lamia lebt alleine. Ihre Eltern sind tot, ihr älterer Bruder ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, ihr jüngerer Bruder hat sich aufgemacht in ein besseres Leben, ein anderes Land, wie so viele junge Leute.
Eines Tages klopft es an der Tür. Draußen steht eine junge Frau, beinahe noch ein Mädchen, exotisch ausstaffiert, sichtlich schwanger, und begrüßt sie wie eine alte Bekannte. Chérifa. Sie quartiert sich bei Lamia ein als gäbe es nichts Selbstverständlicheres. Lamia ist fasziniert von diesem Ausbund an überschäumendem Leben und zugleich empört über diesen Eindringling in ihre wohlgeordnete heile Welt.

 

“Meine Haustür gibt ein beängstigendes Geräusch von sich. Sie macht nicht klopf klopf, sondern päng päng. Sie ist gepanzert, das ist das Eine, aber trotzdem denkt man heutzutage an andere Phänomene.
Beim Öffnen halte ich mich im Schutz des Türrahmens. Ein Reflex. „Chkoun? Wer da?“ Es ist weder die Patrouille noch ein Prediger noch ein Verfechter der Wahrheit noch die Nachbarin aus der Rue Marengo, eine pausbäckige alte Schreckschraube mit tausend abgedroschenen Überzeugungen, die immer wieder auf die Neuigkeiten zurückkommt, noch sonst etwas derart Böses. Zum Glück ist es nicht unser Briefträger, der gute Moussa, der Galeerensklave von Rampe Vallée, ein entsetzlich geschwätziges altes Schlachtross, das auf seinem Weg Tag für Tag, ausgenommen während Unruhen oder Streiks, einen Papierwust von Schrecknissen und Viren aussät, sondern ein junges Mädchen von der allerdrolligsten Sorte. Sie antwortet: „Ich bin’s!“ Ist mir völlig unbekannt. Schmächtig, herausgeputzt im Stil Star Academy, allerdings mit den hauseigenen Mitteln. Ist es ein Rechenfehler oder reine Phantasie, allein mit dem Spitzenkragen könnte sich eine ganze Familie von Verrückten verkleiden. Ganz adrett, bis auf die Kakophonie der Farben. Ihr Kopfputz vereinigt verschiedene Bräuche, sowohl uralte als auch solche vom letzten Schrei. Geschminkt bis zum Anschlag. Die Augen, schwarz, weiß und lebhaft, schwimmen in einer Lache Wimperntusche, die von reichlich Grün umgeben ist. Es fehlt nichts, ein Haarwirbel, ein Gerstenkorn vielleicht, und man könnte meinen, die kleine Schmutzliese käme aus einer fernen Gegend. Ihr Parfum steht der Wolke von Tschernobyl in nichts nach. Ein wandelnder Skandal, der auf unerklärliche Weise Allahs Zorn entgangen ist. Eine geringelte Reisetasche macht ihre sechzehn, siebzehn Wanderjahre komplett. Sie liegt neben ihr wie die Hülle einer frisch gehäuteten Schlange. Die ausgesprochen vollen Lippen zu einer blutroten Schnute verzogen, halb ärgerlich, halb fragend. Eine Miene, als gäbe es hinter dem selbstsicheren Lächeln keinerlei Zweifel. Und die Krönung, ein dicker Babybauch mit vorwitzigem Nabel.
„Tante Lamia?“ sagt sie entschlossen von der ganzen Höhe ihrer Einsfünfzig herab.
„Äh… kommt drauf an.“

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Verfasst von riek am 09/01 um 07:27 PM
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Tuesday, 12. September 2006

Kurzmeldung: Neues Buchprojekt

Boualem Sansal hat mit “Harraga” seinen vierten Roman vorgelegt. 
Erscheint bei Merlin zum 50-jährigen Verlagsjubiläum.
Übersetzung in Arbeit.
Täglich auf diesem Bildschirm!
Leseprobe versprochen.

Verfasst von riek am 12/09 um 10:15 PM
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Monday, 13. March 2006

Sehn-Sucht

Anfang April fliegt mein Mann für eine Woche nach…
Nein, das errätst du nie!
Jedenfalls hat er mir zwecks ausgleichender Gerechtigkeit vorgeschlagen, ich könne doch eine Woche in Jerez verbringen.
Oooohhhh… ich beginne zu träumen…
Spanien. Ich weiß wieder, was ich damals gespürt habe: Dieses Land passt mir wie eine zweite Haut.

Andalucía
1991

kahle Felder
nicht Baum noch Strauch
sanfte Wölbungen
im Horizont erst verklingend
beackerte Erde
braun wie Männerhaut
dunkle Leiber
atmend fast

Verfasst von riek am 13/03 um 02:02 PM
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Saturday, 07. January 2006

Dieses Buch gehört hinter Schloss und Riegel

denn wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. So ging es zumindest mir bei der Lektüre von Cornelia Funkes „Tintenherz“, das ich unter dem Weihnachtsbaum gefunden habe.
Ach, die Magie des Geschriebenen – und des Gelesenen, vor allem, wenn es von einer begabten Stimme vorgelesen wird… Dabei können allerlei unvorhergesehene Dinge geschehen, und ruck zuck gerät der Dichter in seine eigene Geschichte. Oder umgekehrt. Oder so.
Ein spannender Endlos-Spiegel von Realität und Fiktion, irgendwo zwischen Jorge Luis Borges und Michael Ende. Lecker. Überdies ist jedem Kapitel ein Happen aus einem anderen bewährten Stück Literatur vorangestellt: Ali Baba und die vierzig Räuber, Alice im Wunderland, Peter Pan… das mach Appetit auf mehr.
Zum Glück war Marie gerade erkältet, und ich konnte guten Gewissens mit einer winzigen Klemmlampe ausgerüstet ihren unruhigen Schlaf bewachen – lesend.

Verfasst von riek am 07/01 um 03:27 PM
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Wednesday, 21. December 2005

Recherchen - wozu?

Wenn ich im Bekanntenkreis von meinen Übersetzungen erzähle, besonders davon, welches kriminalistische Gespür die Recherchen irgendwelcher Details teilweise erfordern, dann werde ich häufig gefragt: „Wieso recherchierst du eigentlich? Du musst doch nur übersetzen, was da steht!?“

„Der Pferdeflüsterer“ gehört zu meinen Lieblings-Schmökern. Irgendwo sagt darin ein Mensch zu seinem Pferd: „Leicht! Leicht!“ Verwunderlich. Wer fordert sein Pferd auf, „leicht“ zu sein, und warum? Ich habe mich rund 20 Jahre in verschiedenen Pferde-Szenen getummelt und dergleichen nie gehört. Wie kommt das?

Das Original habe ich zwar nicht zur Hand, aber rückübersetzt dürfte die Stelle lauten: „Easy! Easy!“ Aha! Da haben wir’s! Ein langgezogenes „easy!“ sagt der Amerikaner zu seinem Pferd, wenn er es beruhigen will. Korrekt wäre im Deutschen also „ruhig!“ oder vielleicht sogar „hooo!“. Das steht allerdings in keinem Wörterbuch. An dieser Stelle hätte der Übersetzer...... recherchieren müssen.

Verfasst von riek am 21/12 um 05:55 PM
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Saturday, 12. November 2005

Übersetzerbarke für den Einäugigen unter den Blinden?

Der Verband deutscher Übersetzer hat seine Auszeichnung für vorbildlichen Umgang mit Übersetzern, die Übersetzerbarke, in diesem Jahr dem züricher Unionsverlag verliehen. Grund dafür war die „beispielhaft ausführliche Vorstellung von Übersetzern in den Vorschaukatalogen und Presseinformationen sowie auf den Internetseiten des Verlages“. Übersetzer werden mit dem Autor auf der Umschlagsseite genannt, neben der Autorenbiografie wird eine Übersetzerbiografie abgedruckt, für einzelne Bücher werden sogar Übersetzungsberichte veröffentlicht, „um diese Zwischenstation zwischen Autor und Leser dem Publikum ins Bewusstsein zu bringen“. Immerhin gäbe es ohne Übersetzer keine Weltliteratur, so der Verlagsleiter Lucien Leitness. Dem Leser sei oft gar nicht klar, dass er nicht die Worte des Autors lese, sondern die des Übersetzers. Leitness vergleicht die Übersetzung mit einer Glasscheibe: „Man schaut ins Freie, und wenn die Übersetzung gut ist, wenn das Glas sauber ist, sieht man ein klares, reines Bild und merkt gar nicht, dass man durchs Glas schaut.“ (Guter Vergleich. Siehe: Literarische Übersetzer: je besser, desto unsichtbar?).

So weit so gut. Bezahlt werden die Übersetzer bei Union allerdings „branchenüblich“, also bei weitem nicht angemessen. Dazu der Verlagsleiter: „Ich muss ganz offen sagen, dass auch das höchste Honorar, was wir uns überhaupt nur irgendwie leisten können, nicht den Aufwand des Übersetzens deckt. Für solche Preise würde kein Klempner ins Haus kommen.“

Immerhin ist der Mann ehrlich.

Das komplette Interview mit Lucien Leitness ist hier nachzulesen.

Verfasst von riek am 12/11 um 03:31 PM
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Friday, 14. October 2005

Olivier Pys “Paradies der Traurigkeit” ist erschienen!

Buchbesprechung ansehen
Aus dem Klappentext: “provozierend, eindringlich, manchmal verstörend [...]: eine Meditation über das menschliche Dasein, die Kunst und die Erkenntnis.”

Erschienen im Merlin Verlag, Lüneburg.

Verfasst von riek am 14/10 um 11:49 AM
Literarisches • (0) Kommentare Permalink
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